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Drei Schreibtipps von unterwegs

Flugzeuge sind ideale Orte, um Ideen in den Computer zu tippen, die nicht von anderen Leuten stammen. Manchmal reicht dazu aber auch ein parkiertes Auto.

Ich wünschte, ich wäre momentan im Flugzeug, unterwegs zu einem Ferienparadies. Das ist leider nicht der Fall. Vielmehr sitze ich zusammengequetscht in meinem Auto, mit dem Laptop auf dem Schoss. Und es regnet aufs Dach.

Meine Kinder absolvieren ein Abendprogramm. Ich warte auf sie, da ich sie abholen soll. Um die Zeit zu überbrücken, starte ich den Laptop auf. Der richtige Moment, um ein paar Schreibtipps zu geben? Definitiv! Denn das fällt mir in meiner aktuellen Situation besonders leicht. Aus irgendeinem Grund fehlt nämlich im Auto das meist omnipräsente Internet. So, wie sonst nur im Flugzeug. Und das zwingt einen dazu, die eigenen Gedanken zu bündeln und die Argumente unabhängig durchzudenken – statt zuerst in der Fülle des Webs zu stöbern, sich zu verzetteln und schliesslich ein Flickwerk aus Abgekupfertem zu produzieren.

Tipp 1: Mut zur Eigenständigkeit

Flugzeuge, Autos und überhaupt Orte ohne Internet finde ich ideal, um eine Botschaft, die in einem herangereift ist, eine Wortgestalt zu geben. «Mut zur Eigenständigkeit» lautet darum der erste Tipp für relevante Texte.

Tipp 2: Recherchen- und Denkfaulheit überwinden

Der zweite scheint auf den ersten Blick beinahe das Gegenteil auszusagen: «Überwinde die Bequemlichkeit und sammle Inspirationen.» Hinter jedem spannenden Text steckt Knochenarbeit. Dabei ist das Schreiben nur der letzte – meist schwierige – Arbeitsschritt. Zuvor gilt es, Recherchen anzustellen. Dazu gehört, die Stube zu verlassen, sich mit Protagonisten zu treffen und sich Schauplätze anzuschauen – aber auch, sich durch langweilige Schriften zu quälen, Wichtiges von Nebensächlichem trennen und alle Informationen auswerten.

Einige Faustregeln: Hinter 500 geschriebenen Wörtern stehen meist die Inspirationen aus 50’000 Wörtern. Und wer jemanden gewinnbringend interviewen will, muss fast mehr zu einem Thema wissen, als der Interviewte. Doch vor der Schreibarbeit ist schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber nötig. Man darf sich nicht vor der alles überragenden Frage drücken: Was ist mein originärer Beitrag zur Sache?

Tipp 3: Kein Nachplappern, keine Zitate

Zum Schluss noch der einfachste Tipp: Früher rieten Lehrpersonen, den Aufsatz mit einem Zitat zu beginnen. Heute ist Vorsicht am Platz. Zitate sind im Internetzeitalter zum öffentlichen Gut geworden. Sie werden nicht nur inflationär eingesetzt, sondern oft auch noch falsch widergegeben. Wer wirklich ein Zitat verwenden will, sollte darum dessen Herkunft abklären und es einordnen können. In vielen Fällen ist aber auch hier ein eigener Gedankengang besser: also lieber gleich einen neuen Spruch dichten.

Damit hätte ich drei Tipps gegeben. Die Kinder sind im Anmarsch – und ich kann den Motor starten und heimwärts fahren. Geben wir Vollgas beim Texten!

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