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Schöngeister bringen ganz schön Geld

Was haben Swatch, Freitag-Taschen, Schriften wie Frutiger und Helvetica und Bauten von Herzog & de Meuron gemeinsam? Es sind Schweizer Exportschlager, die ihren Erfolg ebenso dem Design wie der Funktionalität zu verdanken haben. Kreative Köpfe sind für die Wirtschaft wichtiger, als viele denken.

Ein zwielichtiger Typ im Nadelstreifenanzug reist in die Schweizer Berge, um dort seine Millionen zu bunkern. Diese Szene kommt in vielen Agentenfilmen vor. Obwohl sie wenig mit der Realität zu tun hat.

Dagegen nimmt man die Schweiz nur selten als das wahr, was sie auch ist – ein Biotop für kreative Leistungen. Dieses Problem besteht nicht nur im Ausland, sondern oft auch im Inland. Dabei gehört Kreativität genauso zur Schweiz wie Banken, Käse, Uhren und Schokolade. Kultobjekte wie etwa die Schreibmaschine Hermes Baby, die WC-Ente, der Le Corbusier-Stuhl, die Pailletten-Stoffe, die Swatch-Uhr, die Freitag-Tasche, der Micro-Scooter und das Victorinox-Taschenmesser sind allesamt Schweizer Erfindungen. Sie zeichnen sich durch einen Mix aus Funktionalität und Design aus.

Kunst und Kommerz gehören zusammen

Die Schweizer Wirtschaft ist da stark, wo Hightech und Kreativität eine Symbiose bilden. Kunst und Kommerz sind darum keine Gegensätze, sondern befruchten sich gegenseitig. Allerdings ist das Phänomen der Kreativität statistisch nur schwer erfassbar. Einen Versuch unternommen hat das Creative-Economies-Forscherteam der Zürcher Hochschule der Künste, der Universität St. Gallen und der ETH Zürich – und zwar im «Kreativwirtschaftsbericht Schweiz 2016».

Demnach sind schweizweit 275’000 Personen in 71’000 kreativen Betrieben tätig (Stand 2013). Das entspricht 11 Prozent aller Betriebe und 6 Prozent der Beschäftigten. Die Kreativen erwirtschaften einen Umsatz von fast 69 Milliarden Franken mit einer Bruttowertschöpfung von 22 Milliarden Franken – 4 Prozent der Schweizer Bruttowertschöpfung. Insgesamt arbeiten etwa 466’000 Personen in der Creative Economy namens Schweiz. Damit beschäftigt die Kreativwirtschaft viermal mehr Leute als etwa die Uhrenindustrie mitsamt Zulieferern.

Ein Wirtschaftsfaktor, der ein attraktives Umfeld braucht

Das umtriebigste Sprachrohr der Kreativen ist Michel Pernet, Chef der Agentur Blofeld und Mitgründer und Präsident des Verbands Kreativwirtschaft Schweiz (VKWS). Er fordert politische Rahmenbedingungen, die ein attraktives Umfeld für Kreative schaffen. Wenn Kreativschaffende – Künstler, Musiker, Architekten, Designer und Kommunikationsspezialisten – noch unter den Radar der Wahrnehmung fallen, liegt das allerdings nicht nur daran, dass sich manche Konzernlenker und Wirtschaftspolitiker lediglich mit Zahlenakrobatik beschäftigen. Es hat auch damit zu tun, dass sich viele Kreative in Klein- und Kleinstbetrieben engagieren. Ihnen fehlt die Lobby.

Für das Magazin ZH der Zürcher Kantonalbank hat Sagbar-Keeper Stephan Lehmann-Maldonado tiefer geschürft und Zahlen und Fakten aus der Kreativwirtschaft zusammengetragen. Auch seine Tätigkeit fällt übrigens in deren Bereich.

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